Sunday, April 26, 2009 7:27 AM Posted by Someone

Gutachten

Durch die Untersuchung wird die Fahreignung des Antragstellers beurteilt. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung existiert seit 1994 in Deutschland und stellt als solche eine prognostische Aussage über die wahrscheinliche Entwicklung des zukünftigen Verhaltens des Antragstellers im Straßenverkehr dar. Sie dient als Hilfestellung fürdie Fahrerlaubnisbehörden zur Vorbereitung der Entscheidung, ob die Fahrerlaubnis entzogen oder neu erteilt werden soll. Ein positives Gutachten ergibt sich dabei dann, wenn die verkehrsmedizinishen und verkehrspsychologischen Befunde der Fahrerlaubnnisbehörde Anlass zu der Annahme geben, dass eine Entziehung der Fahrerlaubnis nicht notwendig bzw. die Wiedererteilung dieser vertretbar ist.

Das Gutachten wird von der zuständigen Behörde geprüft. Wurden die Standards bei der MPU nicht erfüllt oder ergeben sich begründete Vorbehalte bezüglich der Objektivität, kann das Gutachten abgelehnt werden. Es existieren für den Antragsteller verschiedene Hilfsangebote für die MPU Vorbereitung. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, die meist von Einrichtungen angeboten werden, die auch Beratungen im Vorfeld einer MPU anbieten. Dabei erläutert, wie eine MPU im Allgemeinen abläuft, Erfolgskriterien genannt und die Vertraulichkeit und Schweigepflicht der Beteiligten, beispielsweise gegenüber den Mitarbeitern der Fahrerlaubnisbehörde, angesprochen. Auch werden Hinweise zum Verhalten und Beratungsempfehlungen gegeben.

Dazu gehört beispielsweise der Hinweis darauf, dass keine Pflicht besteht, das (negative) Gutachten bei der Fahrerlaubnisbehörde vorzulegen. Dies entscheidet nämlich allein der Auftraggeber, für die MPU-Stelle besteht strengste Scweigepflicht. Auch sind den MPU-Stellen selbst im Interesse der Neutralität keine Beratungen mehr erlaubt. Bei der individuellen verkehrspsychologischen Beratung wird hauptsächlich die individuelle Problematik des Ratsuchenden erörtert. Ziel ist es dabei nicht in erster Linie, die Fahrerlaubnis wiederzuerlangen, sondern vor allem, dass Verkehrsauffälligkeiten in Zukunft vermieden werden. Denn bei fehlenden Änderungen von Einstellungen und Verhalten sind bei Betroffenen die Rückfallquoten hoch. Wenn es bei einer Beratung nur um das Einüben geschickten Verhaltens bei der MPU geht, wird das Ziel der Beratung verfehlt. Deshalb sollte man sich vor unseriösen Einrichtungen, die beispielsweise mit Garantieangeboten werben, vorsehen.

Weitere Punkte, an denen man unseriöse Angebote über verkehrspsychologische Beratungen erkennen kann, sind beispielsweise fehlende oder schwer nachzuvollziehende Qualifikationen (Akkreditierung, Diplom in Psychologie), Werbung mit Erfolgsquoten, Geld-zurück-Garantie (diese wird durch überhöhte Preise ausgeglichen), Abwicklung über Kassenleistungen (dies ist nur in seltenen Ausnahmefällen begründet), Beratungen in Privaträumen oder Hotels, keine Kontrolle durch neutrale Stellen, gleichzeitige Vermittlungstätigkeit bezogen auf Kredite, mit denen die MPU und die Vorbereitungsmaßnahmen finanziert werden sollen, sowie unrealistische Preise. Diese liegen bei seriösen Angeboten zwischen 80 und 150 Euro. Bei Beratungen von Diplom-Psychologen sind die Preise meist im oberen Bereich dieser Spanne, bei Beratung durch Fahrschulen oder durch nichtakademische Berater meist im unteren Bereich angesiedelt. Außerdem sind die Preise in Ballungsräumen tendenziell höher als in ländlichen Gebieten.